Damals wollten wir 4 Stücke aufnehmen, für eine Theaterproduktion in Paris. Dann trafen wir uns doch noch einmal, zum Spaß, probierten, spielten für eine Hand voll Freunde und die Sache ließ uns nicht mehr los.
TRIO OBSCUR gründete sich mehr oder weniger von selbst. Die Besetzung Saxophon, Klavier, Kontrabaß, die weder für Jazz noch für Tango wirklich typisch ist, ließ uns den Freiraum, unsere eigene Sprache zu entwickeln.Wir veröffentlichen unsere erste CD: éclairage intime. Die Resonanz war überwältigend. Die daraus folgenden Schwierigkeiten auch, denn eigentlich hatten wir gar keine Zeit für ein neues Ensemble. So existiert Trio Obscur eigentlich nur auf der Bühne. Man könnte sagen, wir führen das Leben von Attentätern, die per Telefonanruf in Metropolen oder Dörfer geschickt werden, um ihren Auftrag auszuführen. Dazwischen haben wir so gut wie keinen Kontakt, denn wir sind ja dauernd irgendwo unterwegs. So ist es auch immer ein kleines Wunder, daß wir dann und wann doch wieder eine dieser wunderbaren Bühnen betreten, Saxophone, Noten, Kontrabaß und Koffer abstellen und überlegen, wie D.D. zu seinen mindestens zwei Tassen Kaffee kommen könnte. Danach legt er sich in der Garderobe in seine Kontrabaßhülle zum Schlafen, Mulo ordnet seine losen Notenblätter, Klarinetten und Saxophone und ich lese endlich meine Zeitung. Trostlos? Ja und nein , denn schon während des ersten Stücks habe ich das Gefühl, erst gestern zum letzten Mal gespielt zu haben, obwohl es doch vor drei Wochen war. Nein, zum Spaß treffen wir uns nicht mehr, aber wenn wir spielen, haben wir ihn.
Peter Ludwig